Besichtigung Uhrenmanufaktur Armin Strom

 

19 Personen fanden den Weg nach Biel, um die Uhrenmanufaktur der Armin Strom AG zu besichtigen. Claude Greisler, Direktor Armin Strom AG, empfing uns um 19.00 Uhr und informierte uns in einer ersten Phase über die Geschichte des Unternehmens.  Der Burgdorfer Uhrenmacher Armin Strom legte vor über 40 Jahren den Grundstein für die Firma. In seinem Atelier in der Burgdorfer Altstadt fertigte er für Kunden aus aller Welt mechanische Uhren an. Es waren alles Einzelstücke, die er nach den Vorstellungen seiner Kunden realisierte. Die Kunst und auch seine Spezialität war das Skelettieren von Uhrwerken, was so viel heisst wie überschüssiges Material von den Zahnrädern, Brücken usw. durch Stanzen und Fräsen zu entfernen, um dadurch den Blick ins Uhrwerk zu ermöglichen. Armin Strom hat mittlerweile die Firma im Wissen verlassen, dass Serge Michel und Claude Greisler seine Philosophie weiterfüren. Diese Philosophie wird heute in moderner Form in den Kalibern der Armin Strom Uhren umgesetzt. Es ist ein Handwerk, das nur von ganz wenigen Spezialisten weltweit beherrscht wird. Claude Greisler erzählt weiter, dass sie nebst diesem traditionsreichen Handwerk vor ca. sieben Jahren damit begonnen haben, eigene Uhrwerke zu konstruieren und diese auch selber herzustellen. Durch eine Art modularen Aufbau ist es ihm gelungen, innerhalb dieser kurzen Zeit 5 Kaliber, was soviel heisst wie Uhrwerke, zu konstruieren und in die Kollektion zu integrieren. Dies ist eine Meisterleistung, da normalerweise ca . 5 Jahre von der Entwicklung bis zur Serienreife eines Kalibers verstreichen. Dieser Umstand hat dazu beigetragen, dass die internationale Fachpresse und dadurch auch viele Sammler und Händler ihr Interesse an der Marke Armin Strom bekunden.

Nach der Einführung begaben wir uns ins Untergeschoss, wo sich die Produktionsräume der Firma befinden. Es war beeindruckend zu sehen, wie aus meterlangen Metallstangen kleine Zahnräder, Stifte, Bolzen, Schrauben usw. entstehen. Claude Greisler präsentierte in einer kleinen Schale winzigkleine Einzelteile, die später im Uhrwerk verbaut werden. Nur mit Hilfe eines Mikroskops sah man die Feinheiten der verschiedenen Einzelteile. Die Präzision in der Herstellung der Bestandteile ist von grosser Wichtigkeit und entscheidend für die späteren Arbeitsprozesse. Die Toleranzen liegen bei 2 Mikrometer, also 2/1000 Millimeter.

Zurück im Parterre zeigte uns Claude Greisler, wo die eigentliche Wertschöpfung einer solchen Uhr entsteht, nämlich in der Dekoration der Einzelteile. Die Einzelteile werden von Hand veredelt, d.h. spezielle Oberflächenmuster durch Schliffe, Polituren von Rändern, Ziselierungen usw. werden durch Uhrmacher in Handarbeit angebracht. Dies ist eine Arbeit, die höchste Konzentration abverlangt und teilweise nur unter Hilfe von Mikroskopen ausgeführt werden kann.

In der Galvanikabteilung werden die Einzelteile mit einer Oberflächenveredelung versehen. Diese dient einerseits dem Schutz vor Korrosion und andererseits der Ästethik. Neben Weiss-, Gelb-, Rot- und Rosegold stehen noch diverse Farben zur Auswahl.

In der Endmontage werden die einzelnen Teile zum Uhrwerk zusammengesetzt und anschliessend zusammen mit der Uhrenschale, dem Saphirglas und Zifferblatt zur fertigen Uhr verbaut.

Es ist beeindruckend zu sehen, wieviel Handarbeit und Einzelteile in einer Armin Strom Uhr stecken.

Nach der Verabschiedung von Herrn Claude Greisler begab sich ein Teil der Gruppe in ein nahe gelegenes Restaurant zum Nachtessen. Wenn auch die Lust nach einer neuen Uhr in diesem Moment noch nicht gestillt werden konnte, so zumindest der Appetit auf eine Pizza.

 

 

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